Autorin: Cecilia Hoppe Diercke360° 2/2009 M 5 Projektstudie von Geographen der Universität Mainz Aufgaben 1. Nutze Diercke Globus Online, um dich „vor Ort“ zu orientie- ren und dir einen Überblick über die topographische Lage zu verschaffen. a) Wähle im Internet aus dem Kartenangebot von Diercke die Karte zum Rhonegletscher aus: http://www.diercke. de/diercke_karten.xtp (Suchbegriff: Rhonegletscher). Klicke in der Menüleiste am rechten Bildschirmrand „Diercke Online Globus“ an, um die Karte in 3D anzeigen zu lassen (Download und Zugang zum Diercke Online Globus mit dem Online-Schlüssel aus dem Atlas). b) Lege folgende Einstellungen fest: „Globen“ (obere Menüleiste) > Satellitenbild; „Optionen“ > 3D-Profil: 200 %. (Tipp: Um festzustellen, wie sich die Geländean- sicht verändert, variiere die Zahl von 100 % bis 400 %.) c) Verändere die Perspektive auf die Oberfläche, indem du den Betrachtungswinkel mithilfe des Neigungsreglers am oberen Bildschirmrand veränderst. d) Vergleiche die Karte mit dem darunterliegenden bearbeitet von: Satellitenbild, indem du den Schieberegler Transparenz veränderst. Welche Unterschiede/Veränderungen stellst du fest? 2. Seit über 100 Jahren ist der Rhonegletscher ein beliebtes touristisches Ziel in den Schweizer Alpen. Entwirf ein Werbeplakat mit einem aussagekräftigen Slogan, das den Besuchern verdeutlicht, dass sie dort Interessantes über Gletscher lernen können (M1, M2). 3. Der Rhonegletscher ist einer der am besten beobachteten Gletscher Europas. Seit fast 130 Jahren werden die jährlichen Veränderungen des Gletschers erfasst. Beschreibe die Längenveränderungen des Rhonegletschers von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute (M3, Diercke u S. 102.2, Diercke 2 u S. 78.2). COPY Bereits 2006 erforschte eine Gruppe Geographen klimaökologische Auswirkungen des Klimawandels sowie aus dem Gletscher- rückgang resultierende Landschaftsveränderungen. Im Jahr 2008 baute eine weitere Projektstudie auf den ersten Daten und Ergebnissen auf. Erprobt wurde die Wirkung eines Windfangs, der ein Kaltluftpolster entstehen lassen soll. „Wir haben mit unserem Test-Windfang auf dem Rhonegletscher eine eindeutige Abkühlung der oberflächennahen Lufttemperatur erreicht, die bis zu drei Grad Celsius betragen hat“, sagte Prof. Fuchs, Leiter der Mainzer Forschergruppe. „Wir vermuten auch, dass sich dadurch die Abschmelzrate des Eises bremsen lässt, konnten dies aber aus technischen Gründen nicht eindeutig nachweisen, immerhin aber beobachten.“* Der Geograph betont explizit, dass es sich hierbei um Symptombekämpfung handele und Ursachenforschung nach wie vor oberste Pflicht sei. Doch bieten diese Ergebnisse Impulse zum Weiterdenken und neue Ideen zum Verbessern der Konstruktion, um das Schmelzen des Gletschereises zu bremsen. Neben den klimatischen Messungen im Umfeld des Windfangs ging die Forschergruppe der Wahrnehmung der Landschaftsver- änderungen durch Touristen nach. Eine bereits im Jahr 2006 durchgeführte Umfrage zeigte deutlich, dass ein Großteil der Glet- schertouristen die in der Landschaft hinterlassenen Spuren nicht wahrnimmt, nicht erkennt oder nicht richtig zuordnet. Aus diesem Grund wurden von den Geographen Materialien für einen Lehrpfad entwickelt, der über die Gletscherspuren und weitere wissenswerte Aspekte über Gletscher informiert. „Gletscher sehen und verstehen“ heißt dabei das Motto. *Aus der Pressemitteilung der Johann-Gutenberg-Universität Mainz vom 5.12.2008 (Internet: http://www.uni-mainz.de/presse/26678.php) 4. Das lebendige Diagramm. Trage die Nummern der fol- genden Aussagen im Diagramm M3 dort ein, wo sie deiner Meinung nach am besten passen. Vergleicht und diskutiert eure Ergebnisse anschließend in der Gruppe. ① Mattis Raleis nimmt an einer geographischen Exkursion teil. Die Studentengruppe möchte erforschen, wie sich der Klimawandel auf das Schmelzen des Gletschereises auswirkt. ② Josef Seiler eröffnet das Hotel Belvédère. Die Hauptattraktion des Hotels ist der direkt daneben liegende Rhonegletscher. ③ Als Johann Wolfgang von Goethe bei einer seiner Reisen den Furkapass am Rhonegletscher überquert, gibt es dort noch keine Hotels. ④ Das Hotel Belvédère feiert sein 125-jähriges Jubiläum. ⑤ Durch das anhaltende Abschmelzen des Gletschers über Jahre entsteht ein neuer Gletschersee hinter einem Felsriegel. ⑥ Nadja Schreiber verfasst für die Rubrik Reisen einen Artikel über den Rhonegletscher mit dem Titel: „Wir könnten die letzten Zeitzeugen sein.“ ⑦ Familie Seiler stellt zusätzliche Arbeitskräfte ein, denn der Touristenstrom ist enorm, seit der Gletscher wieder vorrückt. ⑧ Ein Eisabsturz an der Steilfront des Gletschers trifft eine Wandergruppe. 5. Schweizer Forscher haben eine Prognose zum weiteren Rückzug des Rhonegletschers erstellt. Beschreibe, wie sich das Landschaftsbild aufgrund des Gletscherrückzugs vermutlich verändern wird. Welche Gefahren birgt der Gletscherrückzug (M4, Diercke u S. 102.2, Diercke 2 u S. 78.2)? 6. Der Gletschertourismus hat über die Jahre einen starken Wandel erfahren: vom faszinierenden Naturschauspiel des vorrückenden Gletschers, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Massentourismus einleitete, bis zum heutigen Besuch in der Eisgrotte, um den Rückzug des Gletschers mitzuerleben. Verfasse einen kurzen Artikel unter dem Titel „Wir könnten die letzten Zeitzeugen sein.“ 7. Aussagen zum Windfang-Projekt der Geographen von der Universität Mainz: „Ein Anfang im Kampf gegen den Gletscherrückzug ist gemacht!“ „Die Symptome werden bekämpft, doch die Ursachen nicht.“ Erläutere diese Aussagen und nimm Stellung dazu. Disku- tiert in der Gruppe über das Projekt.
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