2 INTERVIEW Diercke Weltatlas Magazin Im Gespräch mit Oliver Rohrbeck Diercke-Redaktion: Was fällt Ihnen spontan zum Diercke Weltatlas ein? Oliver Rohrbeck: Der Diercke Weltatlas ist der ultimative Begleiter in der Schule gewesen. Natürlich wog die Schultasche besonders viel, wenn man ihn mit nach Hause nehmen musste, um damit zu arbeiten. Der Diercke Weltatlas hat einem als Kind das erste Empfinden für Karten und somit die Welt an sich gegeben. Diercke-Redaktion: Gibt es eine Karte, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist? Oliver Rohrbeck: Ich habe mir schon immer gern die Karten der anderen Konti- nente angesehen, die von uns aus so unerreichbar weit weg schienen. Australien, Ozeanien, Amerika etc. Die Karten mit den Bodenbeschaffenheiten waren nie so mein Favorit, aber es war natürlich gut, dass es sie gab. Diercke-Redaktion: Was macht den Diercke für Sie außergewöhnlich? Oliver Rohrbeck: Er ist ausführlich, exakt und gut aufbereitet. Bei mir regt er die Reiselust an. zum Titelbild: Diercke-Redaktion: Diercke 360° Wann und warum haben Sie das letzte Mal in den Diercke geschaut? Oliver Rohrbeck: Ich habe erst vor einem Monat mal wieder in ein altes Exemplar gesehen, weil es mir in die Hände geriet und ich blätterte darin herum. In diesem Exemplar war Deutschland noch geteilt. Sofort fängt man an zu überlegen, wie das damals alles war und was sich seitdem geändert hat. Es ist schön, dass es keine Grenzen mehr gibt. Diercke-Redaktion: Besitzen Sie noch Ihren alten Schul-Diercke? Oliver Rohrbeck: Nein, leider nicht mehr. Diercke-Redaktion: Was wünschen Sie dem Diercke für die Zukunft? Oliver Rohrbeck: Ich wünsche Diercke weiterhin alles Gute und ein erfolgreiches Fortbestehen. Möge der Atlas auch weiterhin so sorgfältig verlegt werden. Himmelstreppe von Silvio Martin, Oberhausen 2009 – www.solidaridad.de Oliver Rohrbeck * 21. März 1965 Hörspielsprecher, Produzent und Veranstalter Die Landmarke „Himmelstreppe“ auf der Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen ist eine der vielen ehemaligen Bergbauhalden im Ruhrgebiet. Zur Hochzeit der Montanindustrie prägten die vielen ehemals „nur“ 20 bis 40 m hohen grauen Berge das Bild des Ruhrreviers. Aufgrund der geringen Verdichtung des Bergbauabraums reagierte die zutage geförderte Restkohle mit Sauerstoff und entzündete sich. Zusammen mit den qualmenden Schloten der Industrie entstand das immanente Bild des dreckigen, grauen, stinkenden und rauchenden Ruhrgebietes. Die Halden rauchten und kokelten. Erst mit dem endgültigen Niedergang der Montanindustrie wurden die zahlreichen kleineren Halden zu großen Bergehalden zusammengefügt. Die sogenannten Landschaftsbauwerke sind heute ein deutliches Zeichen des vollzogenen Landschaftswandels und eingebettet in das System der Landmarken im Ruhrgebiet. Im Rahmen der IBA-Emscherpark, der internationalen Bauausstellung im Ruhrgebiet, installierte der Regionalverband Ruhrgebiet auf den größten der bis zu hundert Meter hohen „neuen Berge“ künstlerische Objekte, die weithin sichtbar sind. Die Skulptur „Himmelstreppe“ wurde 1999 von Herman Prigrann fertig gestellt. Die 12 m hohe Skulptur besteht aus 35 Betonquadern und ist bei guter Sicht vom Landschaftspark Duisburg-Nord oder vom Florian-Fernsehturm in Dortmund zu sehen. Sebastian Schlüter
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