Diercke 360

Diercke forscht Die Ökobilanz des Diercke 360° Magazins Das Thema Umwelt- und Klimaschutz ist seit einigen Jahren nicht mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein wegzudenken. Dabei geht es für den Privatmenschen zuhause nicht mehr nur darum, immer das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt oder auch mal zu Fuß zu gehen, statt den Wagen zu nehmen. Auch bei den Gütern des täglichen Bedarfs und der Freizeit kann nach umweltfreundlichen Alternativen gesucht werden – dabei sollen Ökobilanzen helfen. Im Rahmen einer vom Westermann Verlag vergebenen Diplomarbeit wurde für das Diercke 360°-Magazin an der Universität Göttingen eine Ökobilanz erstellt (siehe Exkurs) und die Nutzungs- alternativen bezüglich des Treibhauspo- tenzials untersucht. Um auch für Laien die Umweltverträglichkeit eines Pro- duktes sichtbar zu machen, gibt es mittlerweile verschiedene Gütesiegel und Analyseinstrumente – eines davon ist die Ökobilanz. Verglichen wurden die Printausgabe des Magazins und der kostenlose Download eines Heftes unter www.diercke.de. Bei der digitalen Ausga- be wurde zudem unterschieden, ob der Leser das Magazin am Bildschirm nur liest oder auch ausdruckt (mit den Varianten einseitiger und beidseitiger Ausdruck). Die zugrundeliegenden Daten über die verwendeten Materialien und Prozesse wurden bei Westermann Druck, einer weiteren Druckerei und dem Hersteller des für den Druck verwendeten Papiers gesammelt. Unter Zuhilfenahme einer speziellen Öko- Treibhauspotenzial relativ zur Printausgabe 100% 80% 60% 40% 20% 0% Printausgabe Abb. 1 Drucken einseitig nur Lesen Drucken beidseitig bilanzierungssoftware wurden die Nutzungsalternativen am PC modelliert und die Treibhauspotenziale errechnet. Der Vergleich Das Ergebnis der Studie ist, dass die Nutzung des Downloads, egal ob der Text zusätzlich zuhause ausgedruckt wird oder nicht, zu geringeren Belas- tungen führt als die Herstellung und Nutzung des industriell gedruckten Magazins (siehe Abb. 1). Dabei ruft die Alternative, das digitale Magazin nur am PC zu lesen, 46 % der Belastung der Printausgabe hervor. Wird das Magazin zudem noch ausgedruckt, entstehen bei einem einseitigem Ausdruck 58 % und bei doppelseitigem Ausdruck nur noch gut ein Drittel der Belastung der Printausgabe. Ursachen des Treibhauspotenzials Was die Klimaverträglichkeit des Diercke 360° Magazins anbelangt, ist das Papier, auf dem es in der Druckerei oder zuhause gedruckt wird, der wichtigste Faktor (siehe Abb. 2). Bei der Printausga- be und dem einseitigen, heimischen Ausdruck ist das Papier Auslöser für Dreiviertel der jeweiligen Belastung, beim beidseitigen Ausdruck noch Ursache für 60 % der klimatischen Umweltwirkung. An zweiter Stelle ist der Energiebedarf bzw. dessen Erzeugung Grund für das Treibhauspotenzial der Alternativen. Bei der Printausgabe zur Autorin: Laura Stockmann Diplom-Kauffrau, Universität Göttingen schlägt der Energiebedarf mit 4 % allerdings am geringsten zu Buche. Außerdem fallen für die Printausgabe Transporte insbesondere des Papiers und des fertigen Heftes zum Leser an, die insgesamt 12 % der Umweltbelastung dieser Nutzungsalternative hervorrufen. Abb. 2 Fazit Ab sofort können Sie unter www.diercke.de das 360°-Onlinemagazin kostenlos abonnieren. 100% 80% 60% 40% 20% 0% Papier Ursachen der Treibhausbelastung Print Lesen Drucken Drucken einseitig beidseitig Energie Sonstige Die Erkenntnis aus dieser Studie ist, dass das verwendete Papier – in der Druckerei wie auch zuhause – sorgfältig ausge- wählt werden sollte, vorzugsweise Recyclingpapier. Und bei der Neuan- schaffung von Ausgabegeräten sollte auf Energieeffizienz geachtet werden. Exkurs: Eine Ökobilanz analysiert systematisch alle potenziellen Umwelteinwirkungen von Produkten oder Prozessen. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit werden dabei alle Schritte „von der Wiege bis zur Bahre“ betrachtet, d. h. von der Rohstoffgewinnung, Herstellung und Nutzung bis zur Entsorgung, und alle Stoffentnahmen aus der Umwelt sowie Emissionen in die Umwelt aufgelistet. Die anfallenden Stoffe werden verschiedenen Wirkungskategorien zugeordnet, z.B. dem Treibhauspotenzial. Nach naturwissenschaftlichen Wirkungszusammenhängen werden die Mengen innerhalb einer Kategorie zu einem Indikatorwert verdichtet, z.B. CO2-Äquivalent. Aus diesen können dann Rückschlüsse auf die Umweltrelevanz des untersuchten Objektes gezogen werden oder Vergleiche zwischen Produkt- oder Nutzungsalternativen angestellt werden. 31

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